Ängstliche Katze? – 8 Tipps für Besitzer und Tiersitter wie man scheuen Samtpfoten die Angst nehmen kann

Ängstliche Katze? – 8 Tipps für Besitzer und Tiersitter wie man scheuen Samtpfoten die Angst nehmen kann

Ängstliche Katze? – 8 Tipps für Besitzer und Tiersitter wie man scheuen Samtpfoten die Angst nehmen kann

08/06/2017

Hast Du schon mit ängstlichen Katzen zu tun gehabt oder besitzt Du selbst eine? Dann weißt Du ja wovon hier die Rede ist. Bevor man aber einem ängstlichen Haustier helfen kann, gilt es als erstes herauszufinden warum es überhaupt Angst hat. Hat man den Auslöser dann enttarnt, kann man diesen im besten Fall abstellen oder zumindest Mechanismen entwickeln, die der Katze helfen damit besser umzugehen zu können.

Die häufigsten Auslöser für Angst und Stress bei Katzen sind zum Beispiel folgende:

  • Plötzliche und/oder laute Geräusche – Katzen sind stets auf der Hut und haben unglaublich gute Ohren. Laute, ungewohnte und unerwartete Geräusche sind (besonders in dieser Kombination) oft Auslöser für Angst bei Katzen.
  • Transportbox – Kennst Du eine Katze die ihre Transportbox mag? Kaum eine Katze mag ihre Transportbox, welche aber nun einmal notwendig ist wenn man beispielsweise zum Tierarzt muss. Gegen die Angst Deiner Katze vor der Transportbox kann man etwas unternehmen!
  • Tierarztbesuch – Tierärzte haben es bei Katzen zumeist nicht ganz leicht. Bei fast jeder Behandlung bzw. Untersuchung muss die Katze festgehalten werden, noch dazu kann die Prozedur beim Tierarzt schmerzhaft sein, was die Angst noch weiter verstärkt. Nach dem Motto „Hilfe! Der Fremde ist schrecklich zu mir!“ speichern die Stubentiger dann die Besuche beim Tierarzt als negative Erlebnisse ab, die im Gedächtnis bleiben.
  • Veränderungen machen ängstlichen und scheuen Tieren schwer zu schaffen. Beispielsweise ein Umzug und das neue Zuhause, andere Möbel und Gerüche ertragen Katzen schlecht, sie können Veränderungen allgemein nicht ausstehen. Da diese in unserem Menschenleben aber oft einfach nicht zu vermeiden sind, ist ein Resultat möglicherweise ein ängstlicher Stubentiger.
  • Fremde Menschen, fremde Tiere – Versteckt sich Deine Katze sobald es an der Tür klingelt oder bekommt sie sogar Panik? Ist Besuch da, versteckt sie sich am liebsten bis die Luft wieder rein ist? Oftmals sind dann beispielsweise gut gemeinte neue Hausgenossen, wie eine neue Katze oder ein Hund, sogar der Auslöser für noch mehr Angst.
  • Schlechte Erfahrungen mit Menschen – Wenn Du eine Katze zu Dir nimmst, die zuvor schon mit anderen Menschen zusammengelebt hat, dann besteht natürlich die Gefahr, dass sie wegen schlechter Behandlung oder falschem Umgang (z.B. zuviel Schimpfen oder Hochheben am Nackenfell) gesteigertes Misstrauen gegenüber Menschen hat. Dies ist häufig so bei Katzen aus dem Tierheim. Und es muss nicht immer gleich Gewalt gewesen sein, auch einfach ein falscher Umgang mit den Tieren kann sich negativ auf deren Verhalten und Vertrauen auswirken.

Hier haben wir 8 Tipps für Dich gesammelt, die Dir und der ängstlichen Katze helfen:

1. Freiraum und Versteckmöglichkeiten für ängstliche Katzen – eine ängstliche Katze muss stets die Möglichkeit haben sich zurückziehen und verstecken zu können. Dieses Verstecken, auch wenn es einige Stunden oder sogar Tage dauert (z.B. bei neu eingezogenen ängstlichen Tieren), muss akzeptiert und respektiert werden. Zugang zu Futter und Wasser und zur Katzentoilette muss natürlich gegeben sein, ängstliche Katzen nutzen diese dann meist nachts, wenn niemand sie beobachten kann.

2. Geduld, Ruhe und Zeit lassen sind Grundregeln im Umgang mit scheuen Katzen – in vielen Fällen hilft wirklich alleine schon, dass plötzliche laute Geräusche und Musik vermieden werden. Hektische Bewegungen vermeiden, für eine stressfreie Umgebung sorgen und die Katze nicht bedrängen sind nur ein paar Punkte, die wirklich rasch helfen können. Ist Ängstlichkeit ein Charakterzug einer Katze, so macht Ruhe und Geduld sehr viel aus.

3. Mit Sprache beruhigen, mit Mimik helfen – durch beruhigendes, langsames Reden und ein kurzes Augenblinzeln kann man einer Katze vermitteln, dass man es gut mit ihr meint. Langer Augenkontakt sollte vermieden werden, da dies die Angst mitunter sogar verstärkt. Beim Reden mit der Samtpfote kann es hilfreich sein, wenn man lange und mit tiefer Stimmlage spricht, das kann helfen eine bestehende Bindung zur Katze zu festigen.

4. Beruhigung durch Katzenpheromone – ein synthetisch hergestelltes Katzenpheromon das Katzen glücklich macht, kann beim Tierarzt besorgt werden. Beispielsweise das Gesichtspheromon von Katzen, welches sie beim „mit dem Kopf die Umgebung streifen“ verteilen, ist ein richtiges Glückspheromon. Es vermittelt Sicherheit und wirkt effektiv gegen Stress und Unsicherheiten. Mit einem Katzenpheromon, kann man also ängstlichen Katzen optimal helfen sich in der Umgebung wohler zu fühlen.

5. Gemeinsames Spielen stärkt Bindung und Selbstbewusstsein der Katze – durch gemeinsames Spielen kann Vertrauen aufgebaut werden und die Bindung sowie das Selbstbewusstsein der Katze werden nachhaltig gestärkt. Spielen gehört zur artgerechten Tierhaltung für Katzen, das Anpirschen, Beobachten und Jagen sind wichtige Verhaltensweisen. Dabei kommt es anfangs gar nicht darauf an, dass die ängstliche Katze mitspielt. Schon alleine das Beobachten ist ein Teilnehmen am Geschehen und kann als Erfolg gewertet werden.

6. Langsam herantasten, die Samtpfote selbstbestimmt handeln lassen – viele Katzenbesitzer wollen der Katze helfen, sie trösten und streicheln wenn sie Angst hat. Auch wenn das gut gemeint ist, fühlen sich die Tiere bedrängt. Dieses Streicheln oder Hochheben kann die Angst vor Menschen noch weiter verstärken, da man der Katze die Kontrolle über die Situation nimmt und sie sich nicht zurückziehen kann. Es sollte einfach abgewartet werden. Wenn die Katze bereit ist Kontakt aufzunehmen, wird sie dies von selbst aus tun.

7. Bachblüten für ängstliche Katzen – bei Bachblüten handelt es sich um eine homöopathische Behandlungsform. Spezielle Essenzen kommen bei verschiedenen Situationen und Auffälligkeiten zum Einsatz. Zu Bachblüten-Essenzen die häufig bei ängstlichen Katzen zum Einsatz kommen, zählen beispielsweise Aspen (Zitterpappel) und Mimulus (Gefleckte Gauklerblume). Es gibt auch Präparate für akute Situationen und Notfalltropfen sowie spezielle Mischungen für längere Behandlungszeiträume. Tierärzte und Tierheilpraktiker beraten hier.

8. Angst als Dauerzustand – ab zum Tierarzt! – Ist eine Katze dauernd ängstlich und kann die Angstzustände nicht mehr ablegen, findet man als Besitzer auch keine Ursachen für die Angst und kann sich nicht erklären warum dieser Dauerzustand anhält, dann ist es höchste Zeit zum Tierarzt zu gehen. Denn andauernde Angst bei Katzen kann nachhaltig Körper und Psyche schädigen und kann gut behandelt werden (Pheromone, Bachblüten, Psychopharmaka). An angelegten Ohren, erweiterten Pupillen oder an häufigem Erbrechen durch die ständige Aufregung, kann man erkennen, dass eine Katze Stress bzw. Angst hat.

Hast Du noch weitere Tipps im Umgang mit ängstlichen Katzen oder kannst Du berichten wie Du einer ängstlichen Katze geholfen hast? Erzähl uns davon in den Kommentaren!