Die Haltung von Haushühnern - was Hühner wirklich brauchen!

Die Haltung von Haushühnern - was Hühner wirklich brauchen!

Die Haltung von Haushühnern - was Hühner wirklich brauchen!

13/02/2018

Was Haushühner brauchen - Hühnerhaltung

Hühner haben Bedürfnisse, die in der Hühnerhaltung berücksichtigt werden müssen. Es reicht für Tiersitter und Haussitter, also wenn die Urlaubsvertretung da ist, die Hühner am Morgen rauszulassen, ihnen Futter und Wasser zu geben und die Tür des Hühnerstalles am Abend wieder gut zu verschließen. Warum ist das mit dem Öffnen und Schließen vom Hühnerstall so wichtig? Wenn es Marder und Füchse in der Region gibt, brauchen die Hühner über Nacht Schutz. Wenn man sich sehr sicher fühlt, kann die Tür eines Stalles auch offenbleiben, womit dann eine tägliche Inspektion genügt. Empfehlen würden wir allerdings die sichere Variante, um für das Wohl der Hühner garantieren zu können. Ansonsten soll die Türe oder Klappe hingegen möglichst am Morgen geöffnet und am Abend wieder geschlossen werden.

Alternativ gibt es auch Hühnervolieren, die einen Zaun aufweisen, wo kein Marder durch oder darüber kommt. Auch elektrische Hühnerklappen gibt es mittlerweile schon zu kaufen ;)

 

Kann man Hühner einfach freilaufen lassen?

Unsere heutigen Haushühner können grob in Landhühner und schwere asiatische Rassen unterteilt werden. Es gibt auch Zwerghühner, die in ihren Ahnen Großrassen hatten oder Urzwerge und weitere Hühnertypen. Als Legehennen sind bei den Landhühnern viele Rassen sehr geeignet, die zwischen zwei bis drei Kilo wiegen. Diese Linie ist bewegungsfreudiger und kann eher einen hohen Zaun überwinden als ein 4 Kilo schweres Huhn. Diese schweren asiatischen Schläge haben weniger Bewegungsdrang, brauchen aber dennoch etwas Freifläche.

Ein paar Tipps an dieser Stelle:

  • Wer eine Schnellstraße, Nachbars Jagdhunde, Räuber wie Füchse oder Marder oder andere Gefahren befürchten muss, der sollte für die Hühner eine möglichst große Fläche einzäunen. Für viele Rassen würde ein Zaun von 1,5 Metern Höhe nicht reichen, auch können Greifvögel von oben zuschlagen. Geht es um Greifvögel hilft es, wenn Hühner - normalerweise verfügen sie über gute Urinstinkte! - bei Gefahr schnell ein Versteck, wie zum Beispiel eine Böschung oder Hecke aufsuchen können. Hühner brauchen im heißen Sommer auf jeden Fall Schattenspender.
  • Schwarze Hühner werden von Greifvögeln gerne mit Raben oder Krähen verwechselt, die von ihnen nicht angegriffen werden.
  • Wer Füchse fürchtet, der sollte goldene oder gold-schwarzgetupfte Hühner wählen. Dieses Farbspiel zeigt den „Bambi-Effekt“, Füchse erkennen die Hühner nicht mehr so gut. Etwas Hintergrundwissen dazu: Diese These haben Halter der "Appenzeller Spitzhauben" schon vor langer Zeit aufgestellt. Die Hühnerrasse "Appenzeller Spitzhauben" gibt es wahrscheinlich schon seit dem 15. Jahrhundert, sie wurden und werden vor allem in der Schweiz gehalten, es sind allerdings keine "Anfängerhühner".

Wer bei sich zu Hause keine großen Gefahren für die Hühner erkennen kann, der tut ihnen den größten Gefallen, sie einfach frei laufen zu lassen. Sie können allerdings einiges anstellen, zum Beispiel im Gemüsegarten das Gemüse fressen und alles schön nach ihrem Gutdünken umgraben. Hier muss sich dann die Frage gestellt werden, ob es einfacher ist die Hühner oder das Gemüse einzuzäunen.

Grundlegend ist es auch ohne große Gefahren viel sicherer, wenn der Hühnerstall gegen Marder, Füchse, Greifvögel und Hunde geschützt ist und die Klappe am Morgen aufgeht und sich am Abend wieder schließt.

 

Was die Hühner brauchen

  • Im Hühnerstall soll es Fenster für Sonnenlicht geben.
  • Die Hennen brauchen Legenester, die der Halter gut erreichen können soll - man will ja immerhin die Eier entnehmen können. Macht er das nicht regelmäßig, fangen die Hennen mit dem Brüten an und hören mit dem Legen auf. Die Küken müssten mit oder ohne Henne gesondert aufgezogen werden, da sie auch anderes Futter als die erwachsenen Tiere brauchen, welches "Kükenstarter" heißt. Legehennen brauchen hingegen Legemehl.
  • Wenn sie im Freilauf genug Körner finden, genügen auch einige Getreidekörner, rohe sowie geeignete Küchenabfälle oder andere Futterreste - auf keinen Fall verschimmelte! Futter, das sich eher schwer kaufen lassen würde, ist besonders wertvoll für die Hühnervögel: Frische Insekten, Würmer, Beeren, Körner, Gräser und andere frische Jungtriebe. Auch haben die Hühner dann mehr Bewegung, da sie ihr Futter selber suchen. Sie legen deswegen Eier, die einen ganz anderen Geschmack aufweisen. Im Winter ist der Geschmack wegen der Verknappung von diesem Frischfutter auch ganz anders als im Sommer.
  • Wenn die Hühner im Freilauf nicht mehr viel finden, soll hochwertiges und abgestimmtes Legemehl und Futter aus dem Bauernhandel gegeben werden. Hühner fressen auch gerne die alten und zerriebenen Eierschalen, sie brauchen viel Kalk. Wer die Hühner in den Stall holen und die Klappe schließen möchte, der füttert einfach jeden Abend ein klein wenig, somit überzeugt man die Tiere, dass es sich lohnt nach Hause zu kommen - Kartoffelschalen, Grünzeug, Obst, Küchenabfälle uvm. werden gerne angenommen. Bitte achte stets darauf, dass ihr nie zu heißes Futter gebt, es muss alles gut abgekühlt sein. Noch mehr Informationen zum richtigen Hühnerfutter und auch Fertigfutter findet ihr bei Interesse hier.

  • Neben den Legenestern in einer dunklen Box und dem passenden Futter brauchen Hühner täglich frisches Wasser.
  • Sie brauchen zudem eine Sitzstange aus einem glatten Holzbalken mit abgerundeten Kanten. Der Holzbalken soll ca. vier bis sechs cm breit sein. Die Sitzstange muss für schwere Hühner niedriger aufgehängt werden. Unter der Sitzstange kann ein nässebeständiges Kotbrett den Unrat auffangen. Damit bleibt es im Stall länger sauber. Hühner wollen es gerne sauber haben, sie brauchen zusätzlich etwas staubarme Einstreu wie zum Beispiel Stroh, um auch drinnen scharren zu können, sie sollen nicht alles mit Kotresten vermischen müssen.
  • Die Futterstelle kann auch etwas aufgebockt werden, damit das Futter sauber bleibt.
  • Braucht ihr weitere Tipps zur artgerechten Einrichtung für Hühner, dann haben wir hier richtig gute Tipps für euch.

Ein Tipp, damit sich eure Hühner noch wohler fühlen können, als sie es eh schon tun:

  • Hühner baden gerne - aber nicht im Wasser, sondern im Sand - zur Gefiederpflege und Parasitenabwehr. Ihr könnt nun entweder im oder beim Hühnerstall einen Sandkasten oder einen Kunststoffsandkasten für Kinder besorgen und diesen aber nicht randvoll mit Sand füllen - wenn möglich, dann ist es toll wenn dieser überdacht ist. In den Sandkasten können aber auch einfach Löcher gebohrt werden, damit bei Regen das Wasser abläuft. Hühner wollen immerhin trockenen Sand. Haben Hühner genug Auslauf, suchen sie sich auch von alleine geeignete Stellen und legen sich eigene Sandbäder an.

Das Hühnervolk

Hühner sind gesellige Tiere. Hähne vertragen sich untereinander meist nicht und müssen viel Fläche haben, um einander aus dem Weg gehen zu können. Hahnenkämpfe können leider tödlich enden. Sind Küken erwünscht, dann sollen auf einen Hahn drei bis vier Hühner kalkuliert werden. Ansonsten kann man auch mehr Hühner zu einem Hahn gesellen, es kann sogar auf den Hahn verzichtet werden, nur alleine fühlt sich kein Huhn wohl.

Hühner bilden eine Hackordnung, die bis zum Federrupfen ausarten kann. Sie brauchen deswegen ihren Platz, genügend Platz. Bei mittelgroßen Hühnern dürfen nicht mehr als drei bis vier auf mindestens einen m² Stallfläche kommen, pro Huhn sollen es wenigstens vier m² Auslauf sein. Bei großen Rassen muss der Stall noch größer sein, bei bewegungsfreudigen Hühnern braucht es noch mehr Auslauf. Mehr Fläche ist immer besser. Dann fangen die Hühner nicht an sich gegenseitig zu verletzen, zum Beispiel Federrupfen, ist genug Platz da fühlen sie sich einfach viel wohler.

Für alle die es interessiert: Wenn eine gute Legerasse gewählt wird, dann sind pro Henne mit über 150 Eiern im ersten vollen Legejahr zu rechnen. Es braucht also nicht viele Hühner für frische Frühstückseier. Wer auch im Winter frische Eier wünscht, der soll bei der Wahl der Hühnerrasse auf Winterleger achten. Für Anfänger eignen sich z.B. Ramelsloher, Sundheimer oder Zwerg-Sundheimer, die alle auch im Winter legen.

Wir von Pawshake wünschen euch viel Freude bei der Hühnerhaltung und hoffen euch mit diesem Artikel gute Tipps gegeben zu haben - für all die zusammengetragenen Informationen danken wir Robert, er ist Spezialist, geht es um die richtige Hühnerhaltung. Vielen lieben Dank Robert!

Habt ihr noch Ideen, Anregungen oder Fragen - schreibt uns, gerne recherchieren wir für euch! Wissen ist Macht, Wissen hilft ;) In diesem Sinne, alles Liebe! Eure Pawshake Community