Donnerwetter! - Angst vor Blitz und Donner.

Donnerwetter! - Angst vor Blitz und Donner.

13/08/2017

Jaulen, verstecken, Futter verweigern: Eine Angst vor Gewittern hat viele Gesichter. Klar ist, dass die betroffenen Hunde leiden und Hilfe brauchen – dafür kann man als Halter und Sitter verschiedene Unterstützungsmaßnahmen ergreifen.

Angst vor Gewitter und Donner ist bei Hunden keine Seltenheit. Blitzt und kracht es draußen, flüchten sie sich in eine Ecke, werden unruhig, zittern oder beginnen zu bellen oder jaulen. Oft zeigen betroffene Hunde dieses Verhalten auch schon lange bevor das Gewitter losgeht. Woher diese Angst genau kommen kann, ist bisher ungeklärt. Manche Hunde entwickeln diese Angst auch erst im Alter, andere Hunden scheint ein Unwetter wiederum gar nicht zu interessieren.

Was kannst Du also tun um Deinem Vierbeiner zu helfen, wenn es losgeht und davor?

Bleibe ruhig und gelassen

Als Hundehalter kannst Du Deinem Hund die Angst nicht nehmen, Du kannst aber Deinem Vierbeiner die stressige Zeit ein bisschen erträglicher gestalten. Wichtig ist es, selbst ruhig und gelassen zu bleiben, denn die eigene Befindlichkeit überträgt sich auf den Hund. Auch wenn es schwerfällt, solltest Du auf beruhigende Worte und tröstende Streicheleinheiten verzichten. Das bestärkt nur die Angst Deines Hundes und bestätigt ihn in seinem Tun. Ebensowenig darfst Du Deinen Hund für sein Verhalten bestrafen, denn eine Bestrafung würde das Grundproblem nur verstärken. Am besten ist es Ruhe und Entspannung zu verbreiten und wenn möglich das Gewitter und auch das ängstliche Verhalten Deines Hundes zu ignorieren.

Für Ablenkung sorgen

Verspielte Hunde oder Welpen können mit einfachen  Fang-, Apportier- oder Versteckspielen oder auch Leckerlis abelenkt werden. Hier gilt: Eine gute, entspannte und positive Stimmung überträgt sich schnell auf den Hund. Ebenso kannst Du z.B. während des Gewitters zur Bürste greifen und die Fellpflege starten, wenn Dein Hund das mag - das lenkt ab, wirkt entspannend und signalisiert dem Hund, dass die Situation nichts Schlimmes ist.

 Rückzugsmöglichkeiten schaffen 

Hunde bei denen die Angst vor Gewittern stets mit einem ängstlichen Verhalten verbunden ist, sollten die Möglichkeit haben sich zurückziehen zu können. Eine gemütliche Hundebox kann zum Beispiel ein vertrauter und schützender Ort für den Hund sein, oder aber auch ein ruhiges Plätzchen unter dem Bett oder unter einem Tisch. Wichtig ist dann auch alle Fenster und Türen zu schließen, sobald sich ein Gewitter ankündigt, damit der Lärm so gut es geht draußen bleibt. Manche Hunde suchen bei Angst und Unruhe gerne einen kleinen, fensterlosen Raum (z.B. Bad oder Toilette) als Gewitter-Versteck auf und warten dort, bis der Spuk vorbei ist. Da ist es wichtig, dieses Verhalten zu akzeptieren und seinen Hund sich verstecken zu lassen. 

Akupressur, Homöopathie und beruhigende Duftstoffe

Bei manchen Hunden hat sich eine spezielle Massagetechnik - Tellington TTouch - bewährt, sie wirkt beruhigend und entspannend. Ein Beispiel: Bei der Massage "Tellington-Ohren-Touch" z. B. streicht man dem Hund in regelmäßigen Zügen von der Ohrenbasis bis zur Ohrenspitze. Das wirkt beruhigend.

Homöopathische Mittel können bei starken Fällen auch die Angst lindern oder kurzfristig in Stresssituationen helfen. Hierzu fragst Du am besten Deinen Tierarzt oder einen Tierarzt der ganzheitliche Medizin bei Tieren anbietet.

Dass spezielle Duftstoffe - so genannte Pheromone - eine beruhigenden und stressreduzierende Wirkung auf Hunde haben, konnte schon mehrfach bewiesen werden. Beruhigungspheromone sind Geruchsbotenstoffe die von der Hündin einige Tage nach der Geburt ihrer Welpen am Gesäuge gebildet werden. Diese sind für Menschen nicht wahrnehmbare Duftstoffe, sie sind als synthetischer Nachbau z. B. in Halsbändern, Sprays oder Zerstäubern zu kaufen und können kleine Wunder wirken.

 

Desensibilisierung

Bei extrem sensiblen und ängstlichen Hunden kann möglicherweise auch ein Desensibilisierungstraining helfen. Dabei gewöhnt man den Hund mittels Geräusch-CD Schritt für Schritt an das ungewohnte o der ungeliebte Geräusch - z. B. Donner oder auch laute Kracher.

Zu beruhigenden Medikamenten zu greifen, raten wir nur in echten Extremfällen an und erst nach Rücksprache mit einem guten Tierarzt, der Erfahrung mit dem Thema hat.

Noch einmal kurz zusammengefasst, was helfen kann bei Angst vor Gewittern bei Deinem Vierbeiner: Schließe alle Fenster und Türen, damit der Lärm draußen bleibt und verstärke nicht die Angst Deines Hundes durch Trösten und Streicheln, das kann das ganze nochmal verstärken. Verbreite Gelassenheit, positive Stimmung und Ruhe, sorge für Ablenkung durch Spiel und Spaß und gib Deinem Hund die Möglichkeit sich zurückziehen und verstecken zu können, wenn Dein Hund das braucht. Auch das schlimmste Gewitter geht vorbei ;-)